Südöstlich von Rom, in der Verlängerung der Via Appia Antica nach dem Flughafen Ciampino, beginnt derNationalpark der „Castelli Romani“ in den Albaner Bergen mit dem Albaner See und dem Nemi-See.

Zu den Castelli Romani gehören 16 malerische Gemeinden in den Albaner Bergen: Albano, Ariccia, Castel Gandolfo, Colonna, Frascati, Genzano, Grottaferrata, Lanuvio, Lariano, Marino, Montecompatri, Monte Porzio Catone, Nemi, Rocca di Papa, Rocca Priora, Velletri.
Päpste und römische Patrizierfamilien hatten hier ihre prachtvollen Villen und Burgen. Dank des vulkanischen Ursprunges ist das Land sehr fruchtbar und bestens für den Weinanbau geeignet. Die hügelige Landschaft mit den schönen Vulkanseen ist heute beliebtes Naherholungsgebiet und ziel für enogastronomische Ausflüge.
Von der Endstelle der Metro Linie A Anagnina, fährt regelmäßig ein Bus nach Albano Laziale / Ariccia / Genzano / Velletri.
Der Bus fährt die gesamte Strecke auf der Via Appia Nuova SS7 entlang. Das Busticket koste 1,20 € (Preis 2011) und man bekommt es am Schalter oder in der Bar an der Metrostation Anagnina.
CO.TRA.L Biglietto extraurbano tratta tariffaria 2.
Wir sind in Genzano ausgestiegen und nach einem typischen italienischen Frühstück mit Cornetto und Cappuccino haben wir uns bei „Pina e Vania“ (Corso Gramsci 77) belegte Brötchen (für 1 € pro Stück!) als Marschverpflegung frisch zubereiten lassen.
Mit ein bisschen italienisch erfreut man die Einwohner, die sehr gastfreundlich und hilfsbereit sind und muss schon mal ein Stündchen länger einplanen, bekommt aber dafür interessante Geschichten erzählt.
Genzano liegt auf dem Kraterrand des erloschenen Vulkans, der den Nemisee gebildet hat.
Der Schriftsteller Michael Ende hat um 1970 in Genzano gelebt, wo er seinen Roman Momo schrieb.

Während Ariccia für seine Spezialität: Spanferkel vom Grill – Porchetta di Ariccia bekannt ist (Man findet diese Spezialität auch in Rom, z.B. im Trastevere-Viertel), ist ein typisches Produkt für Genzano das Brot „pane casareccio di Genzano I.G.P.“ Außen krossig und innen sehr leicht, hat es einen kräftigen Geschmack und den angenehmen Duft nach Korn.
Seit 1989 gibt es im September ein Brotfest mit Riesenbroten, die unter den Gästen verteilt werden. Dazu gibt es den Wein der Castelli Romani.
Die Geschichte Genzanos reicht weit in die Antike zurück, auf dem Friedhof wurden Inschriften in Marmor aus römischer Zeit gefunden.
Der Turm stammt aus dem 7. Jh. Er wurde durch die Familien Gandolfi, Herrschaft des Castel Gandolfo, errichtet.
Im 12. Jh. hatten die Zisterziensermönche Sant’Anastasio ein Kloster, das zu einem Castel ausgebaut wurde und um das langsam der Ort wuchs.
Das Castel wurde „Gentianum” genannt, abgeleitet aus dem Namen der Gründerfamilie Genziani, oder nach anderen Quellen: nach Cynthianum des heiligen Tempels der Diana oder Cynthia.
In Genzano di Roma findet jedes Jahr am Wochenende von Fronleichnam die Infiorita statt. Im Zentrum der Stadt wird ein riesiger Blumenteppich aus Blüten ausgelegt. 13 Rechtecke von 7 x 14 m Größe ergibt einen Blumenteppich von ca. 2000 m².
Zu sehen gibt es in Genzano die Reste der römischen Villa degli Antonini, Marmorbunnen aus dem 18. und 19. Jh., den Palazzo und Park Sforza Cesarini sowie historische Kirchen. Unterhalb von Genzano Richtung Nemi befindet sich das Museum der römischen Schiffe (Museo delle Navi romane).

In Genzano geht man erst leicht bergan bis zur Abbiegung, wo man zum Nemisee absteigt. Es gibt eine östliche und eine westliche Route um den Nemisee, wir haben die östliche gewählt.
Unterhalb von Genzano am Weg am Nemi-See entdecken wir die von Vania beschriebenen Bunker aus der Kriegszeit.
Der Fußweg um den Nemi-See führt am Seeufer und einer Badestelle entlang, bevor der Weg steil nach Nemi ansteigt.
Man erreicht den 2000 Seelen-Ort nach 4 km Fußweg von der Seeseite durch ein ehemaliges Stadttor und steht mitten in den romantischen mittelalterlichen Gassen.
Von Nemi aus hat man einen Atem beraubenden Blick über die Albaner Berge und den Nemi See. "Spiegel der Diana" wird der Nemi-See auch genannt. Unterhalb von Nemi befindet sich die archäologische Ausgrabungsstätte des Heiligtums der Diana Nemorensis.
Die große Tradition in Nemi sind die fragoline – Walderdbeeren. Jedes Geschäft, jede Bar bietet diese Köstlichkeit in Form von Törtchen, Marmelade, Eis und Likör.
Jeweils am 1. Sonntag im Juni findet das Erdbeer-Fest, die Sagra delle Fragole, statt.
Getrocknete Pilze, Salami mit Trüffel, Honig, Kastanien, Käse und Wurst sind ebenfalls regional zubreitet und zu empfehlen.

Durch die steilen Gassen von Nemi steigen wir bergan zum Belvedere, wo der Wanderweg durch die Wälder zum Albaner See beginnt. Der meist breite Weg ist mit den Markierungen 515 und später 512 ausgeschildert, und dank Navigator gut findbar.

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, auf der Ostseite des um den See herumzugehen und bei dieser Gelegenheit das Schiffsmuseum anzuschauen.
Wir nehmen jedoch die Via del Tempio di Diana, der Heiligen Göttin von Nemi.


Ein Stück des Weges folgen wir der Via Francigena del Sud, einem antiken Netz aus Wegen, die Rom mit Brindisi verbinden.
Der Weg führt vorbei an der Fontana Tempesta zum Albaner See.
Am Albaner See eröffnet sich ein herrlicher Blick über den See in Richtung Castel Gandolfo. Ein schmaler Pfad führt durch den Wald an das Seeufer, wo ein breiter Weg zum Freizeitsport um den See herum führt und in eine Straße übergeht.

Entlang der Straße am see befindet sich ein Teil des Olympiastadions von Rom, der Ruderverband CONI.

Unterhalb von Castel Gandolfo geht ein Abzweig bergauf und in Serpentinen kommt man am Bahnhof vorbei in den panoramamäßig gelegenen Ort. Weiter östlich sieht man die Sommerresidenz des Papstes in gelber Farbe, von Pinien umgeben leuchten.

Weltweit bekannt ist Castel Gandolfo als Sommerresidenz der Päpste seit dem 18. Jh. Der hübsche Ort Castel Gandolfo gehört zu den schönsten Gemeinden Italiens, den Borghi più belli d'Italia.
Die Geschichte von Castel Gandolfo reicht bis 3000 v.Chr. zurück, wo „Alba Longa“ von Asciano gegründet wurde.
An der Stirnseite der zentralen Piazza della Libertà befindet sich der Palazzo Pontificio, die Sommerresidenz des Papstes. Der Papstpalast wurde auf dem Gelände der römischen Villa des Kaisers Domitian (Villa di Domiziano) erbaut.
Die Papstresidenz besteht aus den drei Villen Papstpalast, Villa Cybo und Palazzo Barberini.
Dazu gehören ein Gutshof zur Versorgung des Papstes, die Sternwarte des Vatikans sowie die Belvedere Gärten.

Sehenswert ist neben den herrlichen Aussichten über den Albaner See die Kirche Collegiata di San Tommaso da Villanova.
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Halbstündlich fährt ein Zug von Castel Gandolfo nach Rom Termini. Der Bahnhof von Castel Gandolfo befindet sich unterhalb des Ortes Richtung See. Alternativ kann man den Bus nutzen.
Die Zugfahrt entlang der Via Appia Antica führt durch den Park der Aquädukte und man kann die riesigen noch verbliebenen Backsteinwerke im Vorbeifahren bewundern.
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