Der Palatinhügel ist die eigentliche Geburtsstätte Roms. Auf dem Palatin siedelten sich bereits in der römischen Republik im 9. Jh. v.Chr. Menschen an, bauten Hütten und bestellten das Land, noch bevor das sumpfige Tal trockengelegt wurde, in dem das Forum Romanum entstehen und sich Rom zur Weltmacht entwickeln sollte.
Die Stadtgründung Roms wird auf 753 v.Chr. datiert, das damals aus einem von einer Mauer umbauten Dorf bestand. Es wurden Ausgrabungen gefunden, die darauf hindeuten, dass sich die Hütte des Romulus auf dem Palatin befand. Später wurde an derselben Stelle das Haus des Augustus errichtet.
In der Antike war der Palatin beliebter Wohnsitz der Patrizier und der Kaiser.

Caesar Oktavian, der nach seinem Sieg über Sextus Pompeius im Jahr 36 v. Chr. zum ersten römischen Kaiser Augustus gekrönt wurde, erwarb Häuser auf dem Palatin und zog auf den Hügel.
Das Haus des Augustus befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Haus der Livia, was anhand der Wanddekorationen zugeordnet werden konnte.
2007 wurde von Archäologen eine Höhle unterhalb des Hauses des Augustus entdeckt, die als Supercal identifiziert wurde, als jene Grotte, in der durch die Überschwemmung des Tiber das Bastkörbchen mit den Zwillingen Romulus und Remus getrieben wurde und in der die Wölfin der Sage zufolge die Zwillinge säugte.
Eine Treppe, die Scalae Caci, ist der wohl älteste Treppenaufgang zum Palatinum.
Unter Augustus wurde neben seinem eigenen Haus der Apollo-Tempel gebaut, der 28 v.Chr. dem griechischen Gott geweiht wurde.
Ebenso sind Überreste zweier Zisternen beim Haus der Livia zu sehen.
Kaiser Nero ließ nach dem Großbrand 64 v.Chr. das Domus Aurea am Hang des Palatin bauen.
Auf einer Fläche von 100 ha ließ Nero sein neues Anwesen, das auf Latein „Casa dorata“ hieß, bauen.
Das Haus wurde aus Ziegeln gemauert und mit reichen Dekorationen aus geometrischen Figuren und Wandgemälden versehen. Die reichen Goldverzierungen gaben dem Haus seinen Namen. Eine Innovation stellen die Deckengemälde dar, deren Technik in der christlichen Kunst für die Bemalung der Kirchendecken genutzt wurde.
Pavillons für Feste sowie Gärten und Waldstücke umgaben den Palast, außerdem eine kleiner See an der Stelle, wo später das Kolosseum gebaut wurde.
Nach dem Tod von Nero wurde das Grundstück an die Römer zurückgegeben. Auf dem Gelände entstanden das Kolosseum (Amphitheater Flavio), die Thermen des Titus, die Thermen des Traijan sowie der Tempel der Venere.

Das Domus Tiberiana, der Palast des Tiberius, war ein großer Wohnkomplex von 150 x 120 m Fläche.

Auf dem Hügel des Palatin befanden sich wichtige Kultstätten und Tempel. Der wichtigste war der Tempel der Magna Mater (191 v.Chr.). Er wurde nach der Befragung des Orakels von Delphi gebaut, nachdem Rom im zweiten Punischen Krieg von Hannibal geschlagen worden war.
Unter Kaiser Domitian wurde der flavische Kaiserpalast auf dem höchsten Punkt des Palatin errichtet.
Drei Gebiete bildeten den flavischen Kaiserpalast:
Genauso wie das Forum Romanum und Kolosseum kann das Palatinum als Freiluftmuseum besichtigt werden. Eingang ist von der via Sacra nahe dem Titusbogen, es gibt ein Komplett-Ticket für alle drei Freiluftmuseen.
Zu besichtigen täglich 8:30 Uhr bis ca. 1 Stunde vor Sonnenuntergang.
Eintritt: € 9,00 Kolosseum und Palatin
Ticketverkauf:
